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Klub Wiener Rechtsanwälte

RA-3-Vorstand

Geschichte des Klubs

Den Namen „Klub Wiener Rechtsanwälte“ erhielt die Vereinigung erst durch den Beschluss in ihrer außerordentlichen Generalversammlung vom 21.11.1951, in welcher im Zuge einer Statutenänderung unter anderen auch die Namensänderung beschlossen wurde.

 

Die Konstituierung des Klubs erfolgte nämlich bereits am 20.10.1948; damals lautete der Name des Vereines „Bund ehemalig politisch verfolgter Rechtsanwälte“.

Ueber-uns

Als erster Obmann fungierte Dr. Friedrich KAMMAN. Betrachtete man seine persönlichen Daten und erinnert man sich zudem an die Namen der ersten Mitglieder dieses „Bundes ehemalig politisch verfolgter Rechtsanwälte“ so wird der Name der Vereinigung durchaus verständlich. Dr. Friedrich KAMMANN, geb. am 26.10.1884, wurde am 14.09.1915 in der Liste der Rechtsanwälte eingetragen, nach seiner am 07.01.1943 erfolgten Verhaftung durch die Gestapo mit Vertretungsverbot belegt, sodann längere Zeit im Konzentrationslager festgehalten und erst am 25.07.1946 wieder in die Liste der Rechtsanwälte eingetragen. Dr. KAMMANN führte seine Kanzlei in der Akademiestraße Nr. 2 im 1. Wiener Gemeindebezirk bis zu seiner Emeritierung am 30.04.1962 und verstarb am 16.08.1962 im Alter von 78 Jahren.

 

Es ist schwer zu sagen, wie viele Rechtsanwaltsgenerationen der Klub Wiener Rechtsanwälte während seines mehr als 70-jährigen Bestandes bereits überlebt hat. In diesem Zusammenhang ist jedenfalls als Tatsache festzuhalten, dass als letztes Gründungsmitglied Ehrenpräsident Dr. Hans EISENSCHIMMEL am 27.07.1987 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.

 

Hier sollen nur die Namen der bisherigen Obmänner sowie – stellvertretend für viele – die Namen einiger Mitglieder des Klub Wiener Rechtsanwälte genannt und mit einigen Anmerkungen versehen werden, damit auch bei der heutigen Rechtsanwaltsgeneration Erinnerungen wachgerufen werden, welche zum Teil über den Horizont der rechtsanwaltlichen Berufsausübung hinausreichen.

 

Folgende Rechtsanwälte waren/sind als Obmann des Klub Wiener Rechtsanwälte tätig:

 

Dr. Friedrich KAMMANN (1948 bis 1950)
Dr. Alfons KLINGSLAND (1950 bis 1954)
Dr. Gustav STEINBAUER (1954 bis 1961)
Dr. Otto TIEFENBRUNNER (1961 bis 1968)
Dr. Hans EISENSCHIMMEL (1968 bis 1976)
Dr. Hans KREINHÖFNER (1976 bis 1985)
Dr. Paul APPIANO (1985 bis 1991)
Dr. Lothar SCHOTTENHAMML (1991 bis 1995)
Dr. Gerd HARTUNG (1995 bis zu seinem Ableben am 23.05.1999)
Dr. Helfried RUSTLER (als geschäftsführender Vizeobmann bis zur außerordentlichen
Generalversammlung vom 18.11.1999)
Dr. Eric HEINKE (seit 18.11.1999 bis 17.09.2020)
Mag. Thomas M. EGERTH und Dr. Gerlad MAIR (seit 17.09.2020)

 

Folgende Klubmitglieder (und damit auch einige der vorgenannten Obmänner) sollen in alphabetischer Reihenfolge und auch noch durch folgende „Anmerkungen“ besonders in Erinnerung gerufen werden:

 

Dr. Hans EISENSCHIMMEL, geb. 15.07.1906; Rechtsanwaltsprüfung am 12.05.1938; am 24.11.1943 Festnahme durch die Gestapo aus politischen und rassischen Gründen und sodann bis 06.05.1945 in den Konzentrationslagern Auschwitz, Mauthausen, Melk und Ebensee; eingetragen am 24.05.1946 in der Liste der oberösterreichischen Rechtsanwaltskammer mit Kanzleisitz in Bad Ischl; 21.11.1946 Verlegung des Kanzleisitzes nach Wien; am 30.09.1976 Verleihung des goldenen Ehrenzeichens für die Verdienste um die Republik Österreich; Verzicht am 31.12.1978, verstorben am 27.07.1987.

 

Dr. Josef (Sepp) HILLER (geb. 16.09.1918, eingetragen in die Liste am 17.05.1949, verstorben am 28.09.1982) engagierte sich uneigennützig in Fragen der Standespolitik; manchem wird noch seine Tätigkeit in Rahmen des „Arbeitskreises für moderne Advokatur“ in Erinnerung sein, so hat er in einem Brief vom 30.01.1969 an den damaligen Klubobmann vorgeschlagen, „dass die Möglichkeit geschaffen wird, in den entscheidenden Funktionen zwischen 2 und mehreren Kandidaten zu wählen“.

 

Dr. Felix HURDES, geb. 09.03.1901, 1945 Gründungsmitglied der Österreichischen Volkspartei, 1945 bis 1952 Unterrichtsminister und 1953 bis 1959 Präsident des Nationalrates, verstorben am 12.10.1974. Dr. HURDES wurde zwar erst 1955 Mitglied des Klubs Wiener Rechtsanwälte, doch nimmt es nicht Wunder, dass er als ehemals politisch verfolgter Rechtsanwalt und als ein bereits zum Tode Verurteilter später Mitglied dieser Rechtsanwaltsvereinigung wurde. Hatte er jedoch im „Grauen Haus“ in Wien „Berufserfahrungen eigener Art“ gesammelt:

 

„Im Wiener Landesgericht gibt es auch Gefängnisleiter, die so handeln, wie ihr Kollege KODRÉ zuvor in Stein gehandelt hat. Die ihnen unterstehenden Häftlinge werden freigelassen, darunter auch eine ganze Anzahl von Häftlingen, die ebenfalls zum Tode verurteilt worden waren und auf die Vollstreckung dieses Urteils warteten. In ihren Todeszellen glaubten sie nicht mehr, mit dem Leben davon zu kommen, glaubten, zur Hinrichtung geführt zu werden, als ihre Zellentüren geöffnet werden. Doch anstatt durch die Türe mit dem Kreuz zur Richtstätte auf das Schafott dürfen die Häftlinge das Gefängnis durch das Hauptportal verlassen, mit Entlassungsschein. Das Register, das die Namen der damals dort inhaftierten enthält, liegt noch heute im Landesgericht auf, es ist in stark abgegriffenes rotes Kunstleder gebunden. Unter denen, die im letzten Moment dem ihnen zugedachten Schicksal entgehen, befindet sich auch der Bauernführer Leopold FIGL, der 3 Wochen später bereits Vizekanzler des neuen Österreichs ist und noch im gleichen Jahr dessen Bundeskanzler wird; der Rechtsanwalt Felix HURDES, der 2 Wochen später bereits Generalsekretär der neugegründeten Volkspartei ist und auch der populäre Schauspieler Paul HÖRBIGER. Er hatte zur Unterstützung von Angehörigen politisch Verurteilter höhere Geldbeträge gespendet und mit der Widerstandsgruppe, die diese Beträge sammelte, sympathisiert. Dafür wurde er ungeachtet seiner Popularität zum Tode verurteilt. Auch er geht nun frei.“ (vgl Hugo PORTISCH, Österreich II, Die Wiedergeburt unseres Staates, Seite 104)

 

Dr. Walter PRUNBAUER, geb. 30.04.1924, eingetragen in die Liste am 31.03.1953, verstorben am 20.12.1992, war nicht nur in der täglichen Arbeit des Rechtsanwaltes von der Kollegenschaft hochgeschätzt, sondern auch als langjähriger Vizepräsident des Disziplinarrates der Rechtsanwaltskammer Wien hochgeachtet. Manchen wird er auch noch als musischer Mensch in Erinnerung sein, wenn er in geselliger Runde seinen profunden Bass ertönen ließ.

 

Dr. Artur (RITTER VON) PRZYBORSKI, geb. 23.07.1896, Eintragung in die Liste 20.3.1928/Wiedereintragung 26.11.1945; verzichtet am 31.05.1965, verstorben am 09.09.1993. Er hatte 1945 nachgeblichen Anteil an der Wiedererrichtung der Wiener Rechtsanwaltskammer.

 

Dr. Franz SPEIERL, geb. 10.02.1923, eingetragen in die Liste am 12.05.1953, am 04.11.1984 im 62. Lebensjahr plötzlich und unerwartet verstorben war nicht nur als Rechtsanwalt (und hier besonders für die Mietervereinigung), sondern auch als Vorsitzender des Synodalrates der altkatholischen Kirche Österreichs tätig.

 

Dr. Gustav STEINBAUER, geb. 1889, eingetragen in die Liste am 23.08.1921, 1938 gelöscht, verstorben am 14.04.1961. Dr. STEINBAUER verteidigte im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess seinen ehemaligen Berufskollegen Dr. SEYSS-INQUART. Er „wirkte jahrelang als Disziplinarrat unseres Standes, wo er ob seiner Güte und Nachsicht bei Geringfügigkeiten, aber auch für gerechte Strenge bei ernsthaften Standesdelikten sehr anerkannt war, weswegen er dann in die Oberste Berufungs- und Disziplinarkommission berufen wurde, in der er bis zu seinem Ableben vorbildlich wirkte. Er war ein leidenschaftlicher Rechtsanwalt, ein grundgütiger Mensch und ein fanatischer Österreicher, der dafür auch gelitten hat.“ (so Dr. Hans EISENSCHIMMEL in seinem anlässlich des 20. Todestages Dris. STEINBAUER am Friedhof in Neustift am Walde gehaltenen Nekrolog).

Dr. Gerd HARTUNG, geb. am 19.08.1940, eingetragen in die Liste am 20.04.1971, am 23.05.1999 plötzlich und unerwartet im 59. Lebensjahr verstorben. Er war nicht nur als Rechtsanwalt der fachlich anerkannte „Platzhirsch von Hernals“, sondern als Kammeranwalt-Stellvertreter, Prüfungskommissär der Rechtsanwaltskammer Wien und als Obmann des Klubs Wiener Rechtsanwälte tätig. Er war Verfechter einer engagierten Standespolitik und auch karikativ stark in seiner Pfarre engagiert. Unter seiner Obmannschaft stieg die Mitgliederanzahl stark an, insbesondere aus den Reihen der jüngeren Kollegenschaft.

 

Aktuell stellt der Klub in der Rechtsanwaltskammer Wien den Vize-Präsidenten, den Vize-Präsidenten des Disziplinarrats, den Kammeranwalt, Mitglieder im Disziplinarrat, einen Anwalts-Richter beim OGH, 12 Prüfungskommissäre für die Rechtsanwaltsprüfung sowie 2 Prüfungskommissäre für die Richteramtsprüfung.

Mitglied werden

Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, verfolgt überparteilich den Zweck, den kollegial-kameradschaftlichen Geist seiner Mitglieder zu pflegen und ihnen in den Fragen ihrer beruflichen Betätigung und in der wirtschaftlichen Existenz helfend zur Seite zu stehen. Der Verein verfolgt die Ziele einer modernen zukunftsorientierten Rechtsanwaltschaft.

Klubabende

Termine: Um 19:00 Uhr an jedem 3. Donnerstag im Monat, es sei denn der Monatserste ist ein Donnerstag oder der 3. Donnerstag im Monat wäre ein Feiertag, dann ist der Klubabend am 4. (ist auch der Feiertag, am 5.) Donnerstag im Monat.

 

Ort: Hotel Sacher, Philharmoniker Straße 4, 1010 Wien
Klubmenü mit 3 Hauptspeisen zur Auswahl:
3-Gänge für EUR 46,00 bzw. 2-Gänge für EUR 40,00 pro Person inklusive nicht alkoholischer, eingestellter Getränke.

 

Ablauf: Der Klubabend beginnt mit dem gemeinsamen Abendessen, danach folgt ein Impulsreferat (rund 20 Minuten) samt anschließenden Fragen und Diskussion. Dann folgen die Berichte aus dem Ausschuss sowie dem
Disziplinarrat der Rechtsanwaltskammer Wien und zur Sobranje. Mit dem Punkt „Allfälliges“, zu dem die Klubmitglieder aus ihrem Berufsalltag den anderen Wissenswertes berichten, endet der Klubabend meist gegen 22:00 Uhr.

 

Schnuppern: Wer als in Wien eingetragene Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt oder Rechtsanwaltsanwärterin oder – anwärter den Klub Wiener Rechtsanwälte kennenlernen möchte, ist herzlich zu einem „Schnupper-Klubabend“ eingeladen, auch zum Abendessen auf Klubkasse. Dazu reicht ein einfaches e-Mail an Thomas Egerth,  oder an Gerald Mair, oder an eines unserer Klubmitglieder.

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